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Foto: ©iStockphoto.com/Tom Gufler

Das Handy ist schon unser alltäglicher und treuer Begleiter geworden. Warum soll es das Laptop nicht auch werden? Das dachten sich findige Unternehmer, als sie die Technik des UMTS-Surfens entdeckten. Doch wer mit seinem Handy schon mal im Ausland telefoniert hat, weiß wie teuer eine Woche Frankreich sein kann. Dabei befinden wir uns doch nun in einem vereinten Europa, indem Grenzen eigentlich keine Rolle mehr spielen sollten. Das sehen Mobilfunkanbieter jedoch anders und verkaufen Romaingkosten zu vergoldeten Preisen. Dieser Umstand ist nun so offensichtlich, dass selbst unsere Volksvertretern das Problem erkannt haben. Die hohen Romaing-Gebühren für Handynutzer im EU-Ausland sind der EU-Kommissarin Viviane Reding schon lange ein Dorn im Auge gewesen.  Doch verglichen damit, sind die Gebühren für das UMTS-Surfen im EU-Ausland wahrer Wucher.

Nach knapp 3 Wochen 9000 Euro
Spiegel-Online berichtete kürzlich über einen, im Grunde unfreiwilligen, Selbsttest, bei dem ein Mitarbeiter in Frankreich über die Tour de France berichtete. Natürlich nutzte er zur Internetrecherche ein Laptop mit UMTS-Karte. Nach fast drei Wochen hatten sich schon über 9000 Euro Gebühren angesammelt. Im Durchschnitt wären das 3500 Euro pro Tag.

14 Euro pro MB?
Nach dieser Rechnung zu urteilen muss das MB 14 Euro gekostet haben. 1 MB = 1024 KB hört sich erstmal viel an. Doch die Sache hat im Zeitalter des schnellen Internets einen Haken. Auch wenn Internetnutzer keine Daten (bewusst) aus dem Internet runterladen, so zieht der Computer beim normalen Betrieb ständig Daten aus dem Internet.

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So entsteht ein Datentransfer
Dies liegt daran, dass Internetseiten sich auf sog. Webservern befinden. Eine Homepage kann z. B. auf einem Server in Frankfurt liegen. Der Internetsurfer befindet sich nun aber in Hamburg. Also müssen die Daten irgendwie von Frankfurt nach Hamburg kommen und sei es auch nur, um die Homepage auf dem Bildschirm des Nutzers anzuzeigen. Ohne Datentransfer ist das nicht möglich, denn bevor ein Computer eine Homepage anzeigen kann, muss er die Daten vom Server geladen haben. Gleiches passiert auch beim eMail-Abruf.

Vorsicht Volumentarif
Auf diese Weise können sich mal schnell zwei drei MB in einer Stunde ansammeln. Hat der UMTS-Surfer nun einen Volumentarif abgeschlossen, kann dies teuer werden. Werden nun große Dateien zusätzlich (bewusst) downgeloadet oder Videos gestreamt, explodiert die Rechnung förmlich. Der Schock kommt am Ende des Urlaubs.

Unser Tipp:

Handy:
In vielen Ländern können Sie günstig eine SIM-Karte mit einer Prepaid-Karte kaufen und in Ihr eigenes Handy (dual- oder auch tribandfähig) einsetzen. Das ist meist günstiger, als die Roaming-Gebühren zu bezahlen. Beispiel Tschechien: Wenn Sie in Prag eine tschechische SIM-Karte in Ihr Handy einsetzen können Sie unbesorgt Inlandsgespräche (von Tschechien nach Tschechien) zu tschechischen Tarifen führen. Freunde aus Deutschland müssen die 0042- vorwegwählen und tragen nun auch die Kosten. Günstiger sind da SMS.

Internet:
Wer sein Laptop mit auf Reisen nimmt, tut gut daran ein Netzwerkkabel mit einzupacken. Entweder kann man im Internetcafe den Rechner zum Ortstarif anschließen oder wie z. B. in der Schweiz, einfach über das Kabelnetz der Firma oder der Freunde online gehen. Mit einer W-LAN-Karte kann man auch über eines der zahlreichen Hot-Spots in den europäischen Cafes online gehen. In Städten wie Paris und London ist dies ohnehin Standard.

Konstantin Kountouroyanis    
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