Das Samsung Galaxy S9 - Lohnt sich der Kauf?

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Der südkoreanische Technik-Gigant Samsung brachte am 16. März diesen Jahres seine beiden neuen Vorzeige-Smartphones Galaxy S9 und Galaxy S9 Plus auf den Markt – und beide hinterließen einen famosen Eindruck. Wie schon so manche ältere Samsung Handys liegen beide Smartphones optimal in der Hand und auch der etwas deplatzierte Fingerabdrucksensor, welcher beim Samsung Galaxy S8 noch nicht ideal angebracht wurde, hat nun unter der Kamera einen Platz zugewiesen bekommen, der ins stimmige Gesamtkonzept passt. In puncto Design bestechen das Galaxy S9 und Galaxy S9 Plus mit ihrer Eleganz. Die S9-Modelle verfügen zudem über eine ordentliche Akkulaufzeit, sehr gute Kameras und auch die Ausstattung kann sich sehen lassen. Doch der Reihe nach.

Das Design der Galaxy-S9-Serie

Am Design der Smartphones hat sich in den letzten Jahren wenig getan, denn am derzeitigen Design lässt sich kaum noch etwas ändern. Die nächste, wirklich bahnbrechende Design-Revolution wird wohl erst mit Smartphones kommen, deren Display biegbar sein wird. Somit sollte man am klassisch schickem Design der S9-Modelle keine zu großen Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger erwarten. Äußerlich wurden am Galaxy S9 und dem Galaxy S9 Plus nur kleine Verbesserungen vorgenommen, wie die minimal schmaleren Rahmen an Ober- und Unterseite und das Versetzen des Fingerabdrucksensors von neben der Kamera zu unter der Kamera auf der Smartphone-Rückseite. Zudem heben sich die Sensoren an der Vorderseite optisch nicht mehr hervor, sie fügen sich nahtlos ins edle Design ein.

Das Display

Das Samsung Galaxy S9 verfügt, wie sein Vorgänger, über ein 5,8-Zoll-OLED-Display (S9 Plus 6,2 Zoll) aus Corning Gorilla Glas 5, das Inhalte mit einer Auflösung von 2.960 x 1.440 Pixel gestochen scharf darstellt und obendrein aufgrund des Gorilla-Glases robust und kratzfest ist. Die Seitenränder sind Samsung-typisch gebogen. Die OLED-Displays wissen mit knackigen Farben (rund 150 Prozent des Standard-RGB-Farbraums werden abgedeckt) und satten Kontrasten zu überzeugen, was selbst unter direktem Sonnenlicht für eine perfekte Ablesbarkeit des Screens sorgt. Zudem kommen die Smartphones auf grandiose Helligkeits-Werte: Im Automatik-Modus kommt das Galaxy S9 auf eine Spitzenhelligkeit von rund 740 Candela pro Quadratmeter (cd/m²), das Galaxy S9 Plus gar auf 770 cd/m², wenn helles Licht einfällt. Bei manueller Helligkeits-Einstellung erreichen die Smartphones in Innenräumen maximal 418 cd/m² (S9) beziehungsweise 429 cd/m² (S9 Plus). Das ist bei Weitem noch hell genug, um Multimedia-Inhalte perfekt wiederzugeben. Zusammengefasst kann man also ohne Bedenken festhalten: Die Displays sind einfach stark.

Der Fingerabdruck-Sensor

Wie bereits erwähnt, wurde der Fingerabdruck-Scanner versetzt. Gegenüber anderen Samsung-Telefonen wurde die ungünstige Platzierung des Sensors neben der Kamera dadurch behoben, dass der Scanner nun direkt unter der Kamera liegt. Für das Samsung Galaxy S9 und S9 Plus hat dies den Vorteil, dass der Sensor nun besser erreichbar ist, auch für Linkshänder, und der Nutzer nicht mehr ständig versehentlich über die Kamera wischt. Gleichzeitig verzichtet Samsung aber auf einen im Display integrierten Fingerabdruck-Scanner. Dieses Feature hätte vielleicht zu einem weiteren Verkaufsargument der Galaxy-S9-Reihe werden können, die Technik scheint jedoch nicht in Gänze ausgereift zu sein. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis Samsung seine Smartphone-Flotte mit dieser Funktion bereichern wird.

Die Kamera

In puncto Kamera will das S9 neue Maßstäbe setzen: mit einer variablen Kamera-Blende für unterschiedliche Lichtverhältnisse. Mit einer variablen Blendengröße von entweder f/2.4 oder f/1.5 wollen das Galaxy S9 und Galaxy S9 Plus für bestmögliche Bilder sorgen. Je größer die der f/-Wert ausfällt, desto kleiner ist die Blende. In heller Umgebung würden ältere Samsung-Handys mit der Standard Blende ein Foto schießen, die Galaxy-S9-Reihe würde im Automatikmodus stattdessen die Blendengröße f/2.4 für den Schnappschuss wählen, also die kleinere Blende, um die bestmögliche Schärfe in der Tiefe und an den Bildrändern zu erzeugen. Somit eignet sich die Blendengröße hervorragend für Landschaftsfotografien. Zudem soll die f/2.4-Blende laut Hersteller Samsung vor Überbelichtung bei starkem Sonneneinfall schützen. Dementsprechend wählt der Automatikmodus bei schwächeren Lichtverhältnissen die f/1.5-Blende, damit möglichst viel Licht auf den Sensor einfällt. Im Pro-Modus kann die Blendengröße selber eingestellt werden. Wer sich also mit Fotografie auskennt oder einfach mal ein wenig experimentieren möchte, hat mit dem Samsung Galaxy S9 und Galaxy S9 Plus die Möglichkeit dazu.

Anders als das Galaxy S9 hat das Galaxy S9 Plus eine Dual-Kamera, welche aus einem Hauptsensor und einem Telesensor besteht. Der Telesensor vergrößert Motive zweifach, löst ebenfalls mit 12 Megapixeln auf und verfügt wie der Hauptsensor über eine optische Stabilisierung. Durch die Dual-Kamera kann das S9 Plus herausragende Portraitfotos schießen, da der Hintergrund in sieben verschiedenen Unschärfen dargestellt werden kann. Beim Galaxy S9 wird im Portraitmodus eine App ausgelöst, die den Hintergrund zwar auch unscharf darstellen kann, jedoch nicht ansatzweise so nuanciert.



Die High-Speed-Kamera

Die neue Samsung Galaxy-S9-Modelle verfügen nun auch über eine High-Speed-Kamera. Die Videokamera kann ein Motiv mit 960 Bildern pro Sekunde in einfacher HD-Auflösung aufnehmen. Diese Superzeitlupe dauert jedoch nur 0,2 Sekunden an, die dann durch eine 32-fache Verlangsamung auf sechs Sekunden gestreckt wird. Da die Belichtung jedes einzelnen Bildes nur sehr kurz ausfällt, sollten Superzeitlupen am besten in heller Umgebung gedreht werden.

Um bei einer Super-Slow-Motion auch den richtigen Moment zu erwischen, hat Samsung einem Galaxy S9 und Galaxy S9 Plus mit einer App ausgestattet, durch welche Nutzer einen bestimmten Bildbereich vordefinieren können. Wenn dann in diesem Bereich eine schnelle Bewegung geschieht, startet die App automatisch in die High-Speed-Aufnahme. Die erstellten Clips können als Video, GIFs oder auch Live-Wallpapers abgespeichert werden. Zudem unterlegen die S9-Modelle Slow-Motion-Videos mit Musik, welche auf Wunsch gewechselt werden kann.

Die Live-Übersetzung

Die Samsung Galaxy-S9-Modelle verfügen über ein sehr nützlichen Assistenten namens Bixby. Dieser kann in der Kamera-Vorschau Text in eine andere Sprache übersetzen. Gerade im Urlaub kann Bixby sehr hilfreich sein, wenn beispielsweise Speisekarten oder Straßenschilder übersetzt werden sollen: Einfach den Assistenten einschalten, Kamera auf den Text halten und die Übersetzung fügt sich auf dem Screen ein. Einziger Haken: Bei ganzen Seiten voller Text ist Bixby überfordert. Dafür erkennt Bixby Sehenswürdigkeiten, zu denen er den Nutzer mit Informationen liefert, wenn dieser die Kamera auf ein Objekt hält.

Der Akku

Die Akkukapazität hat im Vergleich zu den älteren Samsungs Handys der S8-Generation nicht geändert, dafür aber die Akkulaufzeit. Im Dauerbetrieb laufen das S9 und S9 Plus circa eine Stunde (S9) und gute eineinhalb Stunden (S9 Plus) weniger als die S8-Modelle. Für den normalen Smartphone-Gebrauch reicht das allemal, doch Nutzer, die ihr Handy stark frequentieren, könnten ein wenig enttäuscht sein, da die Konkurrenz hier ein wenig mehr zu bieten. Ein weiterer kleiner Nachteil des Akkus: Die Ladezeit beträgt circa zwei Stunden, um den Akku wieder vollständig zu laden. Das ist zwar noch gut, aber es geht auch schneller. Ein Vorteil: Die Galaxy-S9-Modelle können kabellos geladen werden.

Die Ausstattung

In Sachen Ausstattung lassen die S9-Modelle kaum Wünsche offen. Beide Smartphones sind nach IP-Norm 68 staub- und wasserdicht, verfügen über LTE mit bis zu 1,2 Gigabit pro Sekunde, besitzen ein schnelles AC-Wlan und Bluetooth 5. Ein micro-SD-Slot ist ebenfalls integriert, der beim Galaxy S9 Duos sowie dem Galaxy S9 Plus Duos für eine zweite SIM-Karte genutzt werden kann. Während die Provider Vodafone und 1&1 in Deutschland nur die Single-SIM-Version verkaufen, findet man im freien Handel überwiegend die Duos-Version, die sich preislich nicht von der anderen Version unterscheidet, dafür aber mit einem Feature mehr aufwartet.

Der Preis

Das Samsung Galaxy S9 mit 64 GB Speicherkapazität kostet 849 Euro, das Samsung Galaxy S9 Plus schlägt mit 949 Euro zu Buche. Wem das zu wenig Speicher ist, kann für einen Aufpreis von 100 Euro sein S9 oder S9 Plus auch mit 256 GB erwerben. Wer diesen Preis nicht auf einmal zahlen möchte kann das Handy natürlich auch über einen von vielen günstigen Handy-Tarifen finanzieren.

Das Fazit:

Auch wenn Samsungs neueste Smartphone-Generation im Vergleich zu seinen Vorgängern nur einen relativ kleinen Schritt nach vorne gemacht hat, so lohnt sich der Kauf dennoch. Zwar kann die Konkurrenz in Sachen Akkulaufzeit die S9-Modelle ausstechen, doch das Gesamtpaket ist dennoch extrem stark. Wer sich vom Preis nicht abschrecken lässt, der kann diese Smartphones mit gutem Gewissen kaufen.



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